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Gleichstromtrasse


Der Berchinger Roßmarkt wird zur Demonstration gegen die Gleichstromtrasse

Von Christine Schröpf, MZ

Geballter Zorn auf die CSU-Regierung

Pläne für eine Mega-Stromtrassen treiben Oberpfälzer auf die Barrikaden. Energieministerin Aigner wird in Berching mit Schmährufen empfangen.

Berching. Der geballte Zorn der Oberpfälzer Stromtrassengegner auf die CSU-Staatsregierung entlädt sich beim Rossmarkt in Berching (Lkr. Neumarkt) auf die bayerische Energieministerin Ilse Aigner. „Wahlbetrüger“, schallt es ihr am Mittwoch auf dem überfüllten Marktplatz entgegen. Nach Polizeiangaben sind aus der gesamten Region 1000 Demonstranten angereist. Speziell Ministerpräsident Horst Seehofer sehen die erbosten Bürger in der Verantwortung. Auf einem Transparent, das den Kurswechsel in der Energiepolitik anprangert, ist der Regierungschef dreifach abgebildet – mal unter freiem Himmel, mal unter Windrädern, mal unter Strommasten. „Was Du gestern und heute versprichst ... zählt morgen nichts?!“, ist darauf zu lesen.

Polizeichef Helmut Lukas gibt die Order aus, dass zwar Plakate gezeigt, aber kein Pfeifkonzert veranstaltet werden soll. „Nicht wegen der Ministerin, sondern wegen der Pferde. Sie könnten scheuen“, lautet die Begründung. Es nützt wenig. Aigner kommt bei der Kundgebung wegen Pfiffen und lautstarken Zwischenrufen teilweise kaum zu Wort. Die konkreten Pläne für die 450 Kilometer lange Gleichstromtrasse, die auf der Route von Halle (Sachsen-Anhalt) nach Meitingen (Schwaben) auch die Oberpfalz durchschneidet, waren erst Mitte Januar publik geworden. Aigner sichert den Demonstranten zu, dass fortan von Seiten Bayerns offen informiert wird. „Wir gestalten es mit ihnen, nicht über ihre Köpfe hinweg.“

Die Ministerin verweist auf das am Vortag von der Staatsregierung geforderte Moratorium bis 1. August. Netzbetreiber Amprion soll für sechs Monate seine Planungen einstellen, damit der Freistaat neu bewerten kann, ob die Stromautobahn wirklich nötig ist oder auch neue Gaskraftwerke die Grundlastversorgung sichern können. Durch die Reform des Erneuerbaren Energien-Gesetzes, das im August in Kraft tritt, verändert sich nach Einschätzung des Kabinetts die komplette Energiearchitektur.

Doch den Demonstranten in Berching ist eine sechsmonatige Planungspause zu wenig. Sie erwarten von Aigner die Zusage für ein sofortiges Aus der Stromautobahn. Dabei ist der Freistaat nicht Herr des Verfahrens. Netzbetreiber Amprion stützt sich bei dem Projekt auf ein im Juni 2013 im Bundesrat beschlossenes Gesetz zum beschleunigten Netzausbau.